Das letzte Wort im Juli hat die Leipziger Lehrerin und Musikerin Susanne Ebert, die unter dem Namen „Sunna Windklang“ alte und neue Lieder mit Gesang und mit einem üppigen historischen Holzblasinstrumentarium vertont
Hallo, Susanne, wenn Sie in diesen Tagen an Leipzig denken, welches Kompliment würden Sie der Stadt und/oder ihren Bewohnern machen?
Leipzig ist eine lebendige Stadt mit einer besonderen Atmosphäre. Wenn ich mit dem Fahrrad unterwegs bin, fahre ich meistens durch den Auwald. Dabei vergesse ich durchaus, dass ich in einer Großstadt bin. Menschen sitzen entspannt auf Parkwiesen, spielen Musik oder paddeln in Kajaks übers Wasser. Das schafft eine ruhige und friedliche Atmosphäre. In meinem Viertel – im Leipziger Westen – ist wahnsinnig viel los. Die Leipziger haben viel Engagement für Kunst, Kultur und soziales Miteinander. Es gibt Flohmärkte, Konzerte, Straßenmusik, kleine Galerien und gemütliche Cafés. Man hat hier viele Möglichkeiten für Begegnungen oder einfach nur zum Draußen-Sitzen und das Leben zu genießen. Diese Offenheit und kreative Vielfalt machen Leipzig für mich voll besonders.
Und welchen Tadel würden Sie der Stadt aussprechen?
Die Mobilität ist für mich ein großes Thema. Vor allem mit Kind ist das Fahrradfahren oft zu riskant. Viele Wege wirken unübersichtlich oder unsicher. Und Alternativrouten bedeuten häufig große Umwege. Deshalb greife ich dann doch oft auf das Auto zurück, auch wenn ich das eigentlich vermeiden möchte. Ich wünsche mir durchdachtere, sichere Radwege, die es ermöglichen, schnell, komfortabel und familienfreundlich unterwegs zu sein.
Kriege, Klima, Inflation – überall Krisen. Wie gelingt es Ihnen, optimistisch zu bleiben?
Durch meine Arbeit in der Schule und als Musikerin habe ich viele Gelegenheiten, mit Menschen ins Gespräch zu kommen – auch über Ängste und Sorgen. Das gibt mir das Gefühl, nicht allein zu sein. Außerdem habe ich gelernt, meinen Medienkonsum bewusster zu gestalten und Pausen von den täglichen Negativmeldungen zuzulassen.
Darüber hinaus, welchen Kulturtipp in oder aus Leipzig würden Sie unbedingt empfehlen?
Die Cafés im Leipziger Westen, besonders das „Heiter bis Wolkig“ oder der „Wilde Heinz“, sind meine Wohlfühlorte. Die Kinder können auf benachbarten Spielplätzen spielen, während die Eltern Kaffee trinken und oft auch Musikern lauschen – das ist entspannend, nahbar und einfach schön.
So, und jetzt wirklich: Ihr letztes Wort?
Rausgehen, tief durchatmen und Sonne tanken – es tut so gut.
Text: Max Feller
