Lea, 26. Juli, Freilichtbühne Peißnitz Halle, und 9. August, Freilichtbühne Junge Garde Dresden, jeweils 19 Uhr, Tickets: www.thisislealea.de
Die deutsche Singer/Songwriterin und Popmusikerin Lea, die 2021 und 2022 die meistgestreamte Künstlerin in Deutschland war, kommt mit ihrem neuen Album „Von der Schönheit und Zerbrechlichkeit der Dinge“ auf die Freilichtbühne Peißnitzinsel nach Halle. Ein Gespräch mit Lea über ihre YouTube-Karriere und über das Musik-Business
Eine Rückschau: Mit 15 Jahren luden Sie das erste Video „Wo ist die Liebe hin” bei YouTube hoch, heute hat es über drei Millionen Aufrufe. Wie kann man sich das vorstellen? Abends reingestellt, die nächsten Tage wie im Rausch, weil immer mehr Leute schauten?
Ich habe das Video damals in der großen Pause in der Schule gedreht – in der zehnten Klasse, zusammen mit meinen Freundinnen und Freunden im Musikraum. Ich wollte einfach mal ausprobieren, was Menschen, die mich nicht persönlich kennen, zu meiner Musik sagen. Am Anfang hatte das Video so um die 1.000 Klicks – das war schon total aufregend für mich. Aber dann, etwa eine Woche später, wachte ich morgens auf und plötzlich waren es über 45.000 Klicks. Ich wusste überhaupt nicht, was gerade passiert, war völlig überwältigt und konnte es kaum fassen. Es war ein richtiges Aufregungsgefühl, als würde da gerade etwas ganz Besonderes passieren, ohne dass ich es so richtig steuern konnte.
Wie ging das dann weiter? Kamen dann die professionellen Kontakte zu Ihnen? Wie baute sich die Karriere auf? War wirklich das Video der Anfang von allem?
Das Video war tatsächlich der Anfang von allem. Ich habe damals unheimlich viele private Nachrichten bekommen und ganz viele Kommentare unter dem Video gelesen – das war total besonders, weil da plötzlich fremde Menschen etwas zu meiner Musik gesagt haben. Nach einer Weile hat sich dann auch mein heutiger Manager bei mir gemeldet, mit dem ich bis heute zusammenarbeite. Er hatte Interesse an einer Zusammenarbeit, das war sozusagen der erste Schritt in Richtung Professionalität. Aber wir haben alles ganz langsam und in Ruhe angehen lassen. Ich habe erst mal mein Abi fertig gemacht und bin danach sogar noch ein halbes Jahr ins Ausland gegangen. Mir war es super wichtig, dass ich da ohne zu viel Druck reinwachsen kann, gerade weil ich damals ja noch so jung war.
Und dann zum ersten Mal vor großem Publikum: Wissen Sie noch, wie es war, was Sie fühlten?
Mein erster Auftritt war unglaublich aufregend. Ich hatte richtig starkes Lampenfieber, aber gleichzeitig war da auch diese riesige Freude, endlich meine Musik live zeigen zu können und mich auf der Bühne auszuprobieren. Der allererste Auftritt war in Kassel, in meiner Heimatstadt, und es waren ganz viele Freundinnen, Freunde und Familienmitglieder da. Es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht, gleichzeitig ist der Tag wie im Flug vergangen, weil einfach alles so aufregend und neu war.
Ab wann war klar, dass Musikerin der Weg ist? Oder gibt es heute noch Zweifel?
Eigentlich hatte ich nie wirklich einen Plan B. Schon als Teenager war für mich klar, dass ich Musikerin werden will. Ich habe zwar auch studiert, aber ich wusste immer, dass meine große Leidenschaft die Musik ist – und dass ich mir nichts anderes vorstellen kann. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Wenn es nach mir geht, stehe ich auch noch mit 90 Jahren auf der Bühne.
Was ist das Schönste am Musiker-Dasein?
Dass ich jeden Tag meine Leidenschaft ausüben darf. Auch wenn es manchmal stressig wird, weiß ich immer, dass ich das, was ich tue, einfach von Herzen liebe. Durch Musik können so besondere Verbindungen entstehen – zwischen mir und den Menschen, die meine Songs hören. Ich finde, Musik ist eine der schönsten kreativen Ausdrucksformen überhaupt. Sie berührt mich selbst so sehr, auch die Musik anderer Künstlerinnen und Künstler. Für mich zählt Musik einfach zu den schönsten Dinge der Welt.
Was sind die Schattenseiten des Business?
Natürlich kann es im Musikerleben auch mal stressig werden. Man muss gut aufpassen, dass man sich nicht ständig mit Anderen vergleicht, sondern bei sich selbst bleibt. Und es ist wichtig, sich bewusst genug Pausen zu gönnen und Zeit für sich selbst zu nehmen. Da bin ich aber tatsächlich ziemlich gut drin – und auch mein Team achtet sehr aufmerksam darauf, dass es mir gut geht und ich mir diese Auszeiten nehme.
Noch einmal Stichwort „Business”: Was würden Sie mit der Erfahrung von heute anders machen?
Ehrlich gesagt würde ich nichts anders machen. Auch all die Fehler, die ich auf meinem Weg gemacht habe, haben mir unglaublich viel beigebracht, ich bin daran sehr gewachsen. Wenn ich auf meine bisherige Karriere zurückblicke, bin ich einfach stolz auf alles, was ich schon erleben durfte. Ich würde nichts daran ändern.
Was fällt Ihnen ein, wenn Sie an Halle denken?
In Halle habe ich schon wunderschöne Konzerte gespielt. Die Menschen dort sind unglaublich offen und herzlich – sie singen laut mit, bringen so eine tolle Energie mit und sind einfach richtig dabei, wenn es um die Musik geht. Ich komme wirklich immer wieder gerne nach Halle zurück.
Text: Mathias Schulze
