Deslin Ami Kaba & Band, 26. September, Objekt 5 in Halle, 20 Uhr
Die Sängerin Deslin Ami Kaba, Jahrgang 1999 und geboren in Halle, vereint kraftvolle Vocals mit zeitlosen Beats. Disco und Soul. In ihren Songs thematisiert sie, was es bedeutet, eine Frau und Person of Color zu sein und sich im eigenen Körper wohlzufühlen. Eine Botschaft für Empowerment und Selbstliebe. Die Debüt-EP „Endless Pleasure“ ist schon draußen, am 26. September wird im altehrwürdigen Objekt 5 in Halle gespielt. Grund genug, bei Kaba nachzufragen
Hallo Kaba, wie kamen Sie zum Gesang?
Ich habe mich mit zwölf Jahren an der Oper Halle beworben und dort anschließend sechs Jahre im Kinder- und Jugendchor gesungen. Und in verschiedensten Produktionen wie 13 - Das Musical, Carmen, Hänsel und Gretel, Peter Pan oder Spring Awakening mitgewirkt.
Die Stationen nach dem Abitur?
Ich bin nach dem Abitur nach Erfurt gezogen, um Staatswissenschaften zu studieren. Parallel dazu habe ich mich durch den Uni-Chor mehr dem Jazz und Soul zugewandt und zum ersten Mal das Gefühl gehabt, mich ausdrücken zu können und wirklich verstanden zu werden.
Was ist das für ein eigenes Projekt, das im September im Objekt 5 vorgestellt wird?
Ich habe schon immer viel Black Music gehört und mich von Queens wie Donna Summer, Chaka Khan oder Diana Ross inspirieren lassen. 2021 hat mich mein ehemaliger Freund und Chef, Volker Nienstedt, aus dem Kassenhäuschen des Sommertheaters, in dem ich in meinen Semesterferien jobbte, auf die Bühne geholt. Danach folgten einige Gigs mit Frithjof Rödel und Ludwig Heinze. In Erfurt habe ich mich und meinen Sound gefunden und dann 2022 angefangen, mit Cyan85 die EP Endless Pleasure zu produzieren. Eigentlich wollten wir nur testweise einen Song aufnehmen und schauen, wie der Vibe so ist. Und aus einem Song wurden dann vier. Die letzte Single Girlfriend Experience erschien im gleichen Jahr und wurde ebenfalls von ihm produziert.
In wieweit verwirklichen Sie sich damit gerade?
Ich bin durch die Musik die schönste Version meiner selbst und merke jedes Mal, dass das genau meins ist - wir gehören zueinander, das ist meine Bestimmung. Ich habe das Privileg, seit zwei Jahren mit Hanni, Leo, Niko, Thommy und Perry zu spielen, die mein Leben bereichern und einfach nur fantastisch sind. Es ist erst das zweite Mal, dass ich mit meiner Band in Halle spiele - und dann im Objekt5! Mein allererstes Konzert habe ich dort gehört, meinen ersten Auftritt außerhalb der Oper hatte ich bei Mikro Fieber. Das ist für mich ein Full-Circle-Moment, also könnt ihr euch auf 202 Prozent pure Emotions freuen!
Stichwort „Person of Color“. Erzählen Sie uns bitte Ihre Erfahrungen, positive wie negative.
So unsensibel und indiskret, wie diese Frage formuliert ist, zeigt es mal wieder deutlich, dass sich ein Großteil der weißen Menschen nicht ausreichend mit Rassismus auseinandersetzt und sich kritisch hinterfragt.
Das ist die Antwort?
Ich sage nur: Traut euch! Werdet aktiv, lest Bücher, supportet BiPoC-Artists und lernt aus eurer Geschichte!
Was ist Glück?
Ich bin glücklich darüber, die besten Freundinnen und Freunde und meinen Papa zu haben. Gesund zu sein, eine Frau zu sein, Schwarz zu sein, frei leben zu dürfen und meine Meinung frei äußern zu können. Das ist nicht selbstverständlich – und es ist kaum vorstellbar, was Frauen vor mir erleiden mussten, damit ich dieses Leben führen kann.
Text: Mathias Schulze
