The Jailbreakers, 13. September, Anker, 20 Uhr, Tickets: www.anker-leipzig.de
Die Band „The Jailbreakers” aus Halle wird am 13. September im Anker Leipzig einen schweißtreibenden AC/DC-Abend auf die Bretter schmeißen. Grund genug, bei Sänger Jens Thorun nachzufragen. Ein Gespräch über die Faszination des zeitlosen Rock 'n' Roll, über das Älterwerden und über Freiheit und Unbeschwertheit
Was ist das für eine Faszination, die Sie an AC/DC bindet? Und wie fing das eigentlich alles an?
Wenn es eine Sache gibt, die uns durch die Jahre getragen hat, dann ist es die pure, unverfälschte Liebe zu AC/DC! Diese Jungs sind für uns nicht nur eine Band, sie sind die Gottheiten des Rock 'n' Roll - und das seit unserer Jugend! Einmal in die Melodien von Angus Young's chaotischem Gitarrenspiel eingetaucht und Bon Scott's authentische Stimme gehört - und wir waren verloren. Wirklich, unser Verstand ist direkt ins Rock-Universum geflogen und hat sich´s dort gemütlich gemacht! Über 1500 Gigs in mehr als 30 Jahren den Spirit von AC/DC lebendig zu halten, war und ist für uns wie eine Berufung.
Ihre Shows …
... sind zwei Stunden geballte Ladung vor den Latz, als gäbe es kein Morgen mehr und - trotz vollem Alarm auf die Ohren - jedes Mal eine Wohltat. Es ist ein Gefühl der Unbeschwertheit und der Freiheit, das sowohl uns als auch unser Publikum erfüllt. Wenn wir auf der Bühne stehen und die Menge sich aufheizt, fühlt es sich an, als würden wir alle samt gemeinsam auf der wildesten Rockfahrt der Welt sein! Es ist ein befreiendes Gefühl, in völliger Unbeschwertheit abzurocken. Und das Beste daran?
So in Fahrt werden Sie es verraten.
Dabei sehen wir, wie wir alle cooler bund uneschwerter älter werden! Ja, auch wir!
Sie auch? Es ist ein Wunder.
Ja, die grauen Schläfen sind jetzt Teil des Rock-Charmes! Die Chemie der Band stimmt ganz einfach - das hört und spürt man.
Erzählen Sie uns mal die schönsten, skurrilsten Erlebnisse, die sich deutschlandweit angesammelt haben?
Unvergessliche und verrückte und abgefahrene Erlebnisse auf unseren Reisen gab es sehr, sehr viele. Das würde jetzt den Rahmen sprengen. Das Schönste?
Hoffentlich sprengt das nicht auch den Rahmen.
Es ist das Gefühl, gemeinsam mit unseren Fans zu wachsen. Während wir alle älter werden, bleibt die Freude am sorglosen Abrocken ungebrochen. Immer mehr junge Fans kommen zu unseren Shows und bringen frischen Wind in die Reihen - eine wunderbare Mischung der Generationen, die zeigt, dass echte Rockmusik zeitlos ist. Es ist einfach genial zu sehen, wie die Jugend und das Alter Hand in Hand rocken. Oder besser gesagt: Den Kopf nicken! In einer Welt voller Veränderungen bleiben wir beständig - mit AC/DC-Riffs, unserer Spielfreude und einem unerschütterlichen Glauben an die Kraft der Musik.
Sie wohnen seit wann in Halle? Wie nehmen Sie die Stadt heute wahr?
Als ich vor 40 Jahren nach Halle zog, dachte ich …
Frei heraus!
Hoppla, kann man hier überhaupt wohnen? So heruntergekommen vor lauter Dreck, Industriequalm, zusammenfallenden Altbauten, deren Schönheit unter dem Industriedreck vergammelte, war die Stadt. Die Kulturszene dagegen war der Hammer, also im Vergleich zu anderen größeren Städten. Das ist der Grund, warum ich die Stadt immer noch liebe. Die nun jahrelang herrlich aufgeputzten Fassaden der unzähligen noch erhaltenen Altbauten der Stadt bröckeln nun schon wieder. Na und!
Was ist Glück?
Da kann ich natürlich nur für mich sprechen.
Sollen Sie auch.
Mal so grob gesagt: Ich erlebe das Glück immer wieder, wenn ich in das Hier und Jetzt ganz tief eintauchen kann. Und beim Rock 'n' Roll klappt das zum Beispiel ganz prima. Kann ich nur empfehlen.
Text: Mathias Schulze
