Stiehler/Lucaciu, am 4. August um 19 Uhr am Bachdenkmal Leipzig und am 23. August um 17 Uhr auf der Hofbühne im Weidengrund Lochwitz, alle Termine unter www.duo-show.de
Sascha Stiehler (Klavier, Synthesizer) und Antonio Lucaciu (Saxofon, Gesang) aus Leipzig kredenzen eine Fusion aus Klassik, Jazz, Comedy und Pop. Nach Auftritten in den „Tagesthemen“, bei „Inas Nacht“ oder „Late Night Berlin“, sammelte sich 2024 eine ausverkaufte Tournee an, eine Zusammenarbeit mit dem MDR-Sinfonieorchester soll nicht unerwähnt bleiben. Auch in diesem Jahr geht das Duo auf Tour: Theater, Hofbühnen, Clubs und Konzerthäuser freuen sich schon. Grund genug, bei Antonio Lucaciu nachzufragen
Bei Ihrer Geschichte muss man sich kurz die Augen reiben: Sie lernten sich bei einem Jugend-Musikwettbewerb kennen und sind seit 21 Jahren miteinander unterwegs. Sie spielen mit Künstlern wie Clueso oder Günther „Baby“ Sommer, und im August wird ein Live-Album in dem renommiertesten Tonstudios der Welt, dem Abbey Road Studios in London, aufgenommen. Staunen Sie manchmal selbst? Verraten Sie den Grund, das Erfolgsgeheimnis, das Sie durch die Jahre getragen hat?
Ja, wir müssen tatsächlich manchmal selbst kurz innehalten und staunen. Es war bis jetzt schon eine besondere Reise. Was uns all die Jahre getragen hat? Wahrscheinlich die Freundschaft. Wir haben von Anfang an zusammen Musik gemacht, ohne den Druck, Erwartungen erfüllen zu müssen. Es ging immer darum, ehrlich zu sein - im Klang, in der Begegnung, im Miteinander. Natürlich gab es Phasen, in denen sich viel verändert hat – privat, musikalisch, im Leben überhaupt. Aber wir haben nie aufgehört, miteinander zu sprechen – musikalisch und menschlich. Dieses Vertrauen, die gemeinsame Neugier und der Wunsch eigene Musik zu machen, ist vielleicht unser Erfolgsgeheimnis.
Gibt es trotzdem so etwas wie Fehltritte, wie Irrtümer im Laufe der musikalischen Karriere, die Sie heute anders machen würden? So als Tipp für die jüngere Generation.
Fehltritte gab es sicher – zumindest von außen betrachtet. Aber aus denen haben wir oft mehr gelernt, als aus den Erfolgen. Unser Rat an die Jüngeren: Verbiegt euch nicht, hört auf euer Bauchgefühl und lasst euch Zeit. Das Wichtigste ist: Machen, machen, machen! Es passiert nur etwas, wenn man in Bewegung ist – und bleibt. Dranzubleiben, auch wenn es zäh wird, ist manchmal das Schwierigste.
Wo kommen Sie beide ursprünglich her?
Sascha kommt ursprünglich aus Zwickau, ich aus Plauen. Mit 18 Jahren hat es uns beide zum Musikstudium nach Leipzig gezogen. Und wir haben uns hier sofort heimisch gefühlt. Inzwischen sind wir echte Leipziger – nicht nur, weil wir hier leben, sondern weil die Stadt uns geprägt hat und wir sie mitgestalten dürfen.
Sie veranstalten auch einen Podcast. Was kann man denn da hören? Welchen Themen nehmen Sie sich an? Gibt es so etwas wie ein Leib-und Magenthema?
„In unserem Podcast „7.700 Tage“ geht’s im Kern um unsere Freundschaft. Der Titel bezieht sich auf unsere bisherige gemeinsame Zeit als Duo – über 7.700 Tage voller Musik, Leben und Geschichten. Wir sprechen über das, was uns bewegt. Mal ernst, mal schräg, immer mit einer guten Portion Duo-Humor. Das durchweg positive und zahlreiche Feedback nach den ersten sieben Folgen hat uns ehrlich überrascht, denn eigentlich wollten wir es dabei belassen. Aber: Ende August geht’s weiter!
Was wird im August in Leipzig bei Ihnen zu erleben sein?
Wir haben seit einigen Jahren ein Motto: Eure Fantasie sind unsere Texte. Da wir bis auf wenige Ausnahmen Instrumentalmusik spielen, bleibt viel Platz für das Publikum – für eigene Bilder, Erinnerungen und Geschichten. Es sind die großen Melodien der kleinen und verrückten Dinge. Echte Klanggeschichten eben. Unser Sound? Instrumental-Pop zwischen dem Mut zum Augenschließen und der Tobsucht im Sitzen!
Das Schönste an Ihrem Tun ist …
…neue Menschen, Regionen, Essen, Kultur und Gewohnheiten kennenzulernen und generell im Austausch zu bleiben. Das bringt uns weiter.
Das Nervigste an Ihrem Tun …
… sind Tourneen im Winter: Wenig Sonne und ständig wechselnden Hotelbetten. Das kann manchmal anstrengender sein, als man vor der Tour denkt. Da hilft nur Disziplin, tägliches Yoga, Humor und ein gutes Buch.
Was ist Glück?
Einen wahren Freund zu haben.
Text: Mathias Schulze
