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Samstag, 17. November 2018
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Das letzte Wort - November 2018

Das letzte Wort in diesem Monat hat die Eventmanagerin Simone Dake. In ihrem Portfolio gibt das beliebte Rudolstadt-Festival aber auch das musikalische und menschliche Erbe ihres leider viel zu fr├╝h verstorbenen Mannes Peter ÔÇ×C├Ąsar" Gl├Ąser 

Frau Dake, vollenden Sie bitte diesen Satz: An Leipzig hat mich in letzter Zeit besonders aufgeregt, dass ÔÇŽ
ÔÇŽ die Gentrifizierung zu schnell ihren Lauf nimmt. Diverse Handlungen und Konsequenzen daraus hinterlassen bei mir teilweise Kopfsch├╝tteln und Fragezeichen. Ein aus meiner Sicht zu rasantes Wachstum l├Ąsst unter anderem Gr├╝nfl├Ąchen verschwinden und Mietpreise in die H├Âhe treiben. Die ├╝ber Jahre entstandenen wertvollen subkulturellen Einrichtungen weichen nach und nach gro├čen Investoren-Entscheidungen. Die Stra├čen sind voll, die Menschen werden immer hektischer und ├╝berholen sich teilweise selbst. Die Zeit scheint oftmals zu knapp f├╝r ein durchdachtes, bewusstes Handeln. Das ├Ąrgert mich!

Was muss sich ├Ąndern?
Ich nehme zunehmend Meckerer und frustrierte Gesichter wahr. Die Einstellung, nichts ├Ąndern zu k├Ânnen und der Blick ÔÇ×nur auf sich selbst" darf nicht ├╝berhandnehmen.Ich w├╝rde mir w├╝nschen, dass die Leipzig-Menschen sich treu bleiben, anpacken, bewegen, Impulse setzen. Eine aktive Mitgestaltung des Stadtbildes und -lebens geht uns alle an. Gleich, ob Ur- oder zugezogener Leipziger, wir alle und die nachfolgenden Generationen profitieren vom Erhalt und der Weiterentwicklung von Werten und Inhalten, von sportlichen, kulturellen und gemeinschaftlichen Pl├Ątzen.

Wie w├╝rden Sie Leipzig beschrei-ben, f├╝r den, der die Stadt nicht kennt?
Dynamisch und brodelnd. Wir sind offen und herzlich, politisch, belesen, sportlich, gr├╝n und radfreundlich. Kreativit├Ąt trifft auf Wirtschaft, Wirtschaft auf Geschichte. Das Gro├čstadtflair ist gepr├Ągt vom gestandenen Sachsen, den kreativen Triebfedern bis hin zum aufstrebenden Global Player. Leipzig bietet eine im Verh├Ąltnis zur Einwohnerzahl bemerkenswerte Infrastruktur f├╝r Kultur, Freizeit und Tourismus. Es macht mir gro├če Freude, in dieser Stadt zu leben und zu wirken. Hier schlummert ein so gro├čes Potential in all seinen Facetten. Leipzig ist mein Zuhause.

Welcher Ort ist Ihnen der liebste in der Stadt?
Freie Zeit verbringe ich noch immer sehr gern in der Sauna mit angrenzendem See, ich genie├če das gemeinsame Brunchen oder ein leckeres Getr├Ąnk mit Familie und Freunden in einer der zahlreichen entspannten Lokalit├Ąten. So richtig wohl und angekommen f├╝hle ich mich aber auch in meiner Wohnung inmitten des sch├Ânsten Gr├╝nderzeitviertels, im Waldstra├čenviertel. Hier zwitschern in der Stadt am Morgen die V├Âgel und am Abend br├╝llen die L├Âwen aus dem Zoo. Ich sitze mittendrin in den Stadion-Jubelst├╝rmen der Fu├čball- und Konzertfans und bin umgeben von netten Menschen aller Generationen. 

An welchen Ort in der Stadt w├╝rden Sie Besuch von au├čerhalb indes nie f├╝hren?
Den Ort, an den ich meinen Besuch nicht hinf├╝hren w├╝rde, kenne ich ÔÇô noch ÔÇô nicht. Ich stimme das Sightseeing auf die Interessen ab. Nicht im Fokus habe ich den Leipziger Osten, weil ich diesen f├╝r mich noch nicht entdeckt habe. Mit Sicherheit jedoch w├╝rde ich die gro├čen Shoppingmalls in und um Leipzig meiden und ihn lieber in die individuellen und kleineren Gesch├Ąfte f├╝hren. 

Welche Pl├Ąne und Visionen haben Sie f├╝r die Zukunft?
An Ideen und Visionen mangelt es wahrlich nicht. Aber erst einmal widme ich mich mit meinem Team der Weiterentwicklung und Realisierung der aktuellen Projekte. Wir sind die neuen Initiatoren des MUT Deutschlands, dem Leitkongress f├╝r Unternehmer. Gemeinsam mit der Autorin Monika Lakomy schreiben wir die Geschichten um den ÔÇ×Traumzauberbaum" weiter und stecken au├čerdem inmitten der Vorbereitungen f├╝r ein besonderes Konzert zu Ehren C├Ąsar Peter Gl├Ąser. Im Oktober vor 10 Jahren ist er verstorben und im Januar 2019 w├Ąre er 70 geworden.


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Das letzte Wort - Oktober 2018

in diesem Monat hat die Fantasy-Bestseller-Autorin Amanda Koch. Seit 17 Jahren in Leipzig lebend, macht sie sich hier Gedanken zur Stadt

Frau Koch, vollenden Sie bitte diesen Satz: An Leipzig hat mich in letzter Zeit besonders aufgeregt, dass ÔÇŽ
 Diesen Satz kann ich so nicht beenden. Denn mich regt nichts auf. Ich habe Vertrauen, dass alles zu seiner Zeit und in der Geschwindigkeit geschieht, in der eine gemeinsame Stadtpolitik und auch die Bewohner bereit sind, Projekte und Ma├čnahmen zum Wohle aller umzusetzen. Das hat nichts mit Ignoranz zu tun. Es ist pures Vertrauen und zwar in die Menschen, die sich bewusst entscheiden, in der Stadt zu leben, um dort gemeinsam erreichen zu k├Ânnen, wof├╝r sie stehen. 

Was muss sich ├Ąndern?
 Das Bewusstsein eines jeden Einzelnen von uns. Dann werden wir uns besinnen, was wirklich wichtig ist im Leben. Wenn jeder versteht, dass Ver├Ąnderung nicht von au├čen kommen kann, sondern ihren Ursprung in uns selbst hat, dann wird sich etwas ver├Ąndern. Doch solange in uns ein Mangelbewusstsein vorhanden ist, wird es arm und reich geben, wohlhabende Stadtteile neben weniger beg├╝terten.
Ein erster Schritt kann das bewusste Beobachten sein: Was geschieht in der unmittelbaren N├Ąhe? Was umgibt uns? Damit w├╝rden wir als Erstes sehen, dass wir die uns umgebene Natur brauchen. Und damit w├Ąren wir uns einer regionalen Versorgungsm├Âglichkeit bewusst. Wir w├╝rden uns einen fairen Austausch von gesunden G├╝tern zwischen der Stadt mit dem Umland w├╝nschen. Die Region w├Ąre uns wichtig. Nicht nur die Stadt.

Wie w├╝rden Sie Leipzig beschrei-ben, f├╝r den, der die Stadt nicht kennt?
 Als eine lebendige, quirlige und moderne Stadt, in der viele junge Menschen ihren Lebensmittelpunkt gefunden haben und damit die Stadt nicht nur in der Archi-tektur oder Kultur pr├Ągen. Leipzig ist eine Stadt mit einem vielf├Ąltigen Kulturangebot, eine Stadt, die durch Gr├╝nfl├Ąchen, Parks oder durch die entstandene Seenlandschaft ihre Wohlf├╝hlattraktivit├Ąt verbessert hat. Hier gibt es viele Menschen, die anders denken und die offen sind, f├╝r Ver├Ąnderungen zum Wohle aller. 

Welcher Ort ist Ihnen der liebste in der Stadt?
 Da gibt es mehrere. Je nachdem, was ich gerade lebe. Wenn ich im Schreiben eines Romans versinke, dann brauche ich Stille und Ruhe, die Energie des Wassers an den Seen, die Kraft des Waldes in den Parks oder am Rande der Stadt. Wenn ich Sehnsucht nach Gesellschaft habe, dann bin ich sehr gern in der Innenstadt unterwegs. Mich zieht es auch ab und an auf die Karli. Sie ist f├╝r mich eine Stra├če gro├čer Lebendigkeit und Vielfalt. Zudem gibt es auf der Prager Stra├če ein Haus, auf dessen Fassade steht: Wer liest, denkt selbst und begreift die Welt. Dieser Satz macht mich ein wenig stolz, in einer Stadt zu leben, in der solch wertvolle Gedanken sichtbar gemacht werden.

An welchen Ort in der Stadt w├╝rden Sie Besuch von au├čerhalb indes nie f├╝hren?
 Dorthin, wo ich mich nicht wohlf├╝hle und es mich nicht hinzieht.

Welche Pl├Ąne und Visionen haben Sie f├╝r die Zukunft?
 Dass die Menschen gl├╝cklich leben und beginnen, selbst etwas daf├╝r zu tun. Indem sie hinterfragen, und nicht andere verantwortlich machen, wenn sie nicht gl├╝cklich sind, sondern sich selbst reflektieren. Und dazu geh├Ârt auch das Lesen. Es gibt B├╝cher, die sind wie ein Spiegel. Blicken wir hinein, k├Ânnen wir uns selbst erkennen. Das ist auch ein Grund, warum ich nicht mit dem Schreiben aufh├Âren m├Âchte. Auf mystische Weise flechte ich hier und da Botschaften ein. Ich m├Âchte gern weiter in Leipzig Yoga unterrichten und die Menschen damit ein wenig heller erstrahlen lassen.



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