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Sonntag, 24. März 2019
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: In Leipzig :: Protest :
Henry Rammelt, Marcel Schreiter und Ruxandra, auf dem Foto von links, bringen jetzt einen Dokfilm über die neue rumänische Protestkultur in Leipziger Kinos. Was sie dazu bewogen hat? Volly Tanner hat nachgefragt

Sie haben „Portavoce – Die rumänische Kultur des Protests" gedreht. Warum gerade Rumänien?

Rammelt: Rumänien war geradezu ein weißer Fleck auf der europäischen Landkarte zivilgesellschaftlichen Engagements. Die neuen Protestwellen, die wir in dem Film bearbeiten, waren für viele eine Überraschung, selbst für diejenigen wenigen, die politisch aktiv waren.
Schreiter: Ich kam 2015 nach Bukarest. Eine Woche nach meiner Ankunft ereignete sich die „Colectiv"-Tragödie, ein Brand in einem Bukarester Musikclub, bei welchem 64 Menschen ums Leben kamen. Dies war der Auslöser für massive Proteste in der Stadt. Dann folgten weitere Proteste; deren Häufigkeit nahm zu, die Botschaften wurden klarer, die Akteure sichtbarer.

Was unterscheidet rumänische Protestformen von hiesigen?

Rammelt: Für Rumänien ist ein traditionell niedrigerer Grad an unkonventioneller politischer Beteiligung zu beobachten. Proteste und Protestierende zeichnen sich durch ihre Neigung zu liberaldemokratischen Diskursen und durch gewaltfreie, disziplinierte
und „zivilisierte" Protestformen aus. Demonstrationen finden normalerweise nach der Arbeit statt und sind mehr durch die ständige kreative Weiterentwicklung der Protestrepertoires als durch kohärente Weltbilder geprägt.

Rumänien findet in den hiesigen Medien protestierend kaum statt. Ist das Stillschweigen Strategie oder einfach Unaufmerksamkeit?

Rammelt: Länder, die sich in der europäischen Peripherie befinden, genießen natürlich generell weniger Präsenz in deutschen Medien. Gleichwohl denken wir, dass die Proteste der letzten Jahre sehr zum Image Rumäniens beigetragen haben, weg von der überwiegend negativen Berichterstattung der 90er und 2000er Jahre.

Der Protest erreichte ungeahnte Größe, als es gegen die rumänische Regierungsverordnung OUG13 ging. Was ist das denn für eine Verordnung?

Schreiter: OUG13 war eine Regierungsverordnung im Januar 2017, die maßgeblich als ein Angriff auf die Rechtsstaatlichkeit und den Kampf gegen Korruption verstanden wurde. Genau ging es darum, Korruptionsdelikte unter 50.000 Euro unter Straffreiheit zu
stellen.

Was können wir lernen?

Rammelt: In den letzten Jahren können Proteste in Rumänien einige Erfolge verzeichnen. Zahlreiche kontroverse politische Entscheidungen wurden zurückgenommen, mehrere Regierungen sind zurückgetreten. Das lag aber durchaus auch am Erfahrungsmangel der Obrigkeit mit Demonstrationen. Das ändert sich gerade wieder.

Portavoce – Die rumänische Kultur des Protests, 16. März, 18 Uhr, Schaubuehne Lindenfels; 28. März, 18 Uhr, Prager Fruehling, www.kirschbaum-pictures.de/portavoce
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