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Samstag, 16. Februar 2019
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: Am Ende :: Das letzte Wort - November 2018 :
Das letzte Wort in diesem Monat hat die Eventmanagerin Simone Dake. In ihrem Portfolio gibt das beliebte Rudolstadt-Festival aber auch das musikalische und menschliche Erbe ihres leider viel zu früh verstorbenen Mannes Peter „Cäsar" Gläser 

Frau Dake, vollenden Sie bitte diesen Satz: An Leipzig hat mich in letzter Zeit besonders aufgeregt, dass …
… die Gentrifizierung zu schnell ihren Lauf nimmt. Diverse Handlungen und Konsequenzen daraus hinterlassen bei mir teilweise Kopfschütteln und Fragezeichen. Ein aus meiner Sicht zu rasantes Wachstum lässt unter anderem Grünflächen verschwinden und Mietpreise in die Höhe treiben. Die über Jahre entstandenen wertvollen subkulturellen Einrichtungen weichen nach und nach großen Investoren-Entscheidungen. Die Straßen sind voll, die Menschen werden immer hektischer und überholen sich teilweise selbst. Die Zeit scheint oftmals zu knapp für ein durchdachtes, bewusstes Handeln. Das ärgert mich!

Was muss sich ändern?
Ich nehme zunehmend Meckerer und frustrierte Gesichter wahr. Die Einstellung, nichts ändern zu können und der Blick „nur auf sich selbst" darf nicht überhandnehmen.Ich würde mir wünschen, dass die Leipzig-Menschen sich treu bleiben, anpacken, bewegen, Impulse setzen. Eine aktive Mitgestaltung des Stadtbildes und -lebens geht uns alle an. Gleich, ob Ur- oder zugezogener Leipziger, wir alle und die nachfolgenden Generationen profitieren vom Erhalt und der Weiterentwicklung von Werten und Inhalten, von sportlichen, kulturellen und gemeinschaftlichen Plätzen.

Wie würden Sie Leipzig beschrei-ben, für den, der die Stadt nicht kennt?
Dynamisch und brodelnd. Wir sind offen und herzlich, politisch, belesen, sportlich, grün und radfreundlich. Kreativität trifft auf Wirtschaft, Wirtschaft auf Geschichte. Das Großstadtflair ist geprägt vom gestandenen Sachsen, den kreativen Triebfedern bis hin zum aufstrebenden Global Player. Leipzig bietet eine im Verhältnis zur Einwohnerzahl bemerkenswerte Infrastruktur für Kultur, Freizeit und Tourismus. Es macht mir große Freude, in dieser Stadt zu leben und zu wirken. Hier schlummert ein so großes Potential in all seinen Facetten. Leipzig ist mein Zuhause.

Welcher Ort ist Ihnen der liebste in der Stadt?
Freie Zeit verbringe ich noch immer sehr gern in der Sauna mit angrenzendem See, ich genieße das gemeinsame Brunchen oder ein leckeres Getränk mit Familie und Freunden in einer der zahlreichen entspannten Lokalitäten. So richtig wohl und angekommen fühle ich mich aber auch in meiner Wohnung inmitten des schönsten Gründerzeitviertels, im Waldstraßenviertel. Hier zwitschern in der Stadt am Morgen die Vögel und am Abend brüllen die Löwen aus dem Zoo. Ich sitze mittendrin in den Stadion-Jubelstürmen der Fußball- und Konzertfans und bin umgeben von netten Menschen aller Generationen. 

An welchen Ort in der Stadt würden Sie Besuch von außerhalb indes nie führen?
Den Ort, an den ich meinen Besuch nicht hinführen würde, kenne ich – noch – nicht. Ich stimme das Sightseeing auf die Interessen ab. Nicht im Fokus habe ich den Leipziger Osten, weil ich diesen für mich noch nicht entdeckt habe. Mit Sicherheit jedoch würde ich die großen Shoppingmalls in und um Leipzig meiden und ihn lieber in die individuellen und kleineren Geschäfte führen. 

Welche Pläne und Visionen haben Sie für die Zukunft?
An Ideen und Visionen mangelt es wahrlich nicht. Aber erst einmal widme ich mich mit meinem Team der Weiterentwicklung und Realisierung der aktuellen Projekte. Wir sind die neuen Initiatoren des MUT Deutschlands, dem Leitkongress für Unternehmer. Gemeinsam mit der Autorin Monika Lakomy schreiben wir die Geschichten um den „Traumzauberbaum" weiter und stecken außerdem inmitten der Vorbereitungen für ein besonderes Konzert zu Ehren Cäsar Peter Gläser. Im Oktober vor 10 Jahren ist er verstorben und im Januar 2019 wäre er 70 geworden.

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