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Freitag, 20. Oktober 2017
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: In Leipzig :: Sau komisch :

Simon & Jan kommen mit neuem Programm Halleluja" in den Blauen Salon. Das Musik-Duo zeigt, wie man heute politisches Kabarett aufziehen kann. Ganz groß

Mundharmonika, Gitarre, lässiges Pfeifen, Martin Simon und Götz Widmann setzten 1998 als Duo Joint Venture" auf der Platte ich brauch personal" zum Dolchstoß an: Ich hätt' mich sicher für den Frieden / Auch ohne seinen Song entschieden / Wahrscheinlich hat er Hasch geraucht / Jetzt denkt er, dass die Welt ihn braucht / Keinem wirds was bringen / Er muss uns jetzt was singen."

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 Jan Traphan, einer der beiden Mittdreißiger aus dem süffisantmelancholichen Duo Simon & Jan, kennt den Spruch, wonach man heute den erhobenen Zeigefinger gegen den ausgestreckten Mittelfinger zu tauschen habe, bestens. Dennoch erklärt er sein Selbstverständnis anders, der Mittelfinger sei zu wenig: Der eindeutige Gestus des An-die-Hand-Nehmens stirbt nicht aus, der wird sogar gebraucht. Nur unsere Art ist es nicht, wir bevorzugen die kippenden Bilder." Beispiel gefällig? We are the Champions / Keine Zeit für Looser / Sie winken mit dem Paddel / Irgendwo vor Lampedusa / Ich sitz' auf meiner Yacht / Und schau mir Teleshopping an / Weil ich kann / Weil ich kann." Kippende Bilder. Hat der Gestus der Bejahung eines utopielosen Zustandes in der jungen Liedermacher-Szene ausgedient? Poetisiert sich gar ein radikal ökonomiekritisches Bewusstsein? Werden die Eigentumsverhältnisse mit Lust und Laune in Grund und Boden gesungen? Schwierig so viele politische Liedermacher, so viele Ästhetiken des Widerstands. Manch einer entwaffnet durch Schönheit, andere setzen auf Konfrontation. Simon & Jan hingegen singen sich in den Kopf ihres Zuhörers um ihm vor selbigen zu stoßen. Und wenn sie ihr Publikum doch einmal bei der Hand nehmen, dann nur, um es sanft in den nächsten Abgrund zu reißen. Saukomisch, absurd, clownesk. Der Zuhörer wird hinund hergerissen zwischen symphonischen Klängen und Quatsch in einem den Verstand beanspruchenden Programm voller Gefühl. Simon & Jan nehmen einen also ganz schön mit. Die Passauer Neue Presse" hat es auf den Punkt gebracht: Falls es den Kabarett- Gott gibt, dann müsste so eine Gruppe ganz groß rauskommen. Sie müsste mit Preisen überhäuft werden für ihre Klugheit, für ihre selten zu findende Textqualität, für ihre Selbstironie, für ihre Musikalität sowieso, und für die Kaltschnäuzigkeit, sich nicht im Geringsten anzubiedern selbst wenn es um einen Wettbewerb geht, wo die Anbiederung gewissermaßen Zweck der Veranstaltung ist." Chapeau!

Simon & Jan, Halleluja!, 26. Oktober, Blauer Salon im Central Kabarett, 20 Uhr, www.simonundjan.com


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